Bundesliga-Luft undNudeln mit Lachs

Igli Cami (18 Jahre) hat den Sprung vom LFC zum FC Energie Cottbus
geschafft, aber die Verbundenheit zu Ludwigsfelde nie verloren.

Im Tennis hat er sich auch mal versucht.
Doch letztlich hat sich Igli Cami
nicht für den kleinen Filzball, sondern
für die große Lederkugel entschieden.
„Fußball ist meine große, sportliche
Liebe“, bekundet der 18-Jährige. Als
Vierjähriger begann er – damals der
Kleinste unter den Kleinen – bei den
Bambinos des Ludwigsfelder FC unter
den Fittichen von Trainer Klaus
Friedrich. Acht Jahre lang trug er das
LFC-Trikot. Der damals größte sportliche
Erfolg für ihn war der Titel eines
Hallen-Landesmeisters, als der LFC
im Finale den Nachwuchs von Energie
Cottbus besiegte. Inzwischen läuft
der bekennende Bayern-München-Fan
selbst für den Lausitzer Club auf.

Vom LFC in die Sportschule Cottbus

Begonnen hat Igli Cami seine Laufbahn
als Stürmer, genau wie sein Vater
Rezart, der zwölf Jahre lang für
den LFC auf Torejagd ging. „Dann bin
ich im Team immer weiter nach hinten
gerückt“, erinnert sich der junge
Schwarzschopf. Zuletzt agierte er beim
LFC als Innenverteidiger – wie in der
damaligen Kreisauswahl, die für ihn
zum Sprungbrett Richtung Cottbuser
Sportschule wurde. 2010 gehörte er
zu rund 300 Nachwuchskickern, die für
die Sportschule getestet wurden, und
zu jenen 22, die am Ende nach Cottbus
gehen durften. Darauf ist sein Vater
noch heute stolz, auch wenn die Trennung
alles andere als leicht fiel. „Der
Anfang war schon schwer“, bekennt
auch Cami Junior, der im internationalen
Fußball besonders die Spielweise
von FC Barcelona und FC Liverpool
schätzt. „Ich habe damals viel mit
meinen Eltern telefoniert.“

Vorbild: Philipp Lahm

Die Anfangsschwierigkeiten sind
längst passé. Igli Cami hat in der Lausitz
einen neuen Freundeskreis gefunden.
Mit den im Vorjahr aufgestiegenen
A-Junioren des FC Energie ist er
in der Bundesliga Nord/Nordost aktiv.
Inzwischen ist er zum Rechtsverteidiger
„umfunktioniert“, aber auch auf
der linken Seite oder im Mittelfeld einsetzbar.
Kein Wunder, dass sein sportliches
Vorbild Philipp Lahm heißt.
„Wir wollen weiterhin in erster Linie
den Klassenerhalt, aber auch für die
eine oder andere Überraschung sorgen.“
Igli Cami will Bundesliga-Luft
auch in der nächsten Saison schnuppern.
An deren Ende werden 2017 das
Abitur, der Start in eine Profilaufbahn,
vielleicht aber auch der Beginn eines
Studiums stehen. Da ist noch vieles
offen. Woran sich nichts ändern wird,
sind seine engen Beziehungen nach
Ludwigsfelde, zum LFC, wo er ein Vereinspraktikum
absolviert, und natürlich
zum Elternhaus in Ahrensdorf.
Und das nicht nur, weil ihn Mutter
Nermin mit seinem Lieblingsgericht
Nudeln mit Lachs verwöhnt.

Manfred Mohr